Falsche Piloten-Eingabe brachte Boeing 747 am Flughafen Hahn in Absturzgefahr

Veröffentlicht am 21. März 2026 um 09:22

Einem Boeing-747-Frachter drohte beim Start am Flughafen Hahn ein Strömungsabriss. Die Untersuchung zeigt, dass eine falsche Dateneingabe und eine fehlende Kontrolle und ein technisches Defizit zu der gefährlichen Situation führten.

 

In die Boeing 747-400 F wurden 113.570 Kilogramm Fracht geladen, darunter auch Gefahrgüter. Der Jet von Air Atlanta Icelandic erreichte fast die maximale Startmasse. Die beiden Piloten waren spät dran, das Taxiunternehmen hatte sie verspätet im Hotel abgeholt, sodass sie mit einer Stunde und 20 Minuten Verspätung am Flughafen Hahn ankamen.

Es folgten Formalitäten und Sicherheitskontrollen, die übliche Flugvorbereitung und die an diesem Tag notwendige Enteisung des Jumbo-Jet-Frachters. Nach Rücksprache mit seiner Airline genehmigte der Kapitän, die maximal zulässige Flugdienstzeit von 11:45 Stunden um weitere zwei Stunden zu verlängern, um nach Greenville-Spartanburg in den USA zu fliegen.

 

 

Stall Warning und Stick Shaker in der Boeing 747

 

 

Die Maschine startete, doch geriet in geringer Flughöhe direkt in eine kritische Fluglage, die auf einen beginnenden Strömungsabriss (im Englischen Stall genannt) hindeutete. Eine Warnmeldung (Stall Warning) wurde ausgelöst, die Steuerhörner der Boeing 747 vibrierten als Warnung (Stick Shaker) rund vier Sekunden lang. Das Flugzeug berührte mit dem Heck die Startbahn. Die Crew bemerkte diesen sogenannten Tailstrike laut späteren Aussagen des Kapitäns aber nicht. Die Crew führte erfolgreich ein sogenanntes Stall-Recovery-Manöver ein, um einen Kontrollverlust und einen vollständigen Strömungsabriss zu verhindern.

 

 

Der restliche Flug verlief ereignislos. Erst nach der Landung am Flughafen Greenville-Spartanburg wurden die Beschädigungen am Heck der Boeing 747 mit dem Kennzeichen TF-AMK von der Crew und dem Instandhaltungspersonal während der Nachflugkontrolle bemerkt und an Air Atlanta Icelandic gemeldet. Die Frachtfluglinie informierte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Deutschland, wo das Flugzeug gestartet war.

 

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